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  • Aus für „Licht am Tag“

    Wenn Minister Blogs lesen: die derzeitigen Minister für Verkehr und Inneres schaffen nun den Unsinn ab, den Ex-Ichminister Hubert Gorbach angezettelt hat.

    Fraglich nur, warum Licht am Tag auf freiwilliger Basis weiterhin möglich ist, wenn es dadurch zu Blendung und Ablenkung kommt. Aber egal, Autobahnraser werden sich eben in Zukunft wieder Platz auf der dritten Spur durch das gute alte Heranfahren auf 50cm verschaffen müssen.

    Hoch die Gläser!

  • Natascha-Hetze

    Was die Gratis-Zeitung „Heute“ an Natascha-Hetze zusammenbringt, kann nur mehr als äusserst ungustiös bezeichnet werden. Und alles nur, weil das 18-jährige Mädchen in seinem Privatleben in Ruhe gelassen werden will, und selbst entscheiden will, wann es womit an die Öffentlichkeit tritt.

    Da werden dann plötzlich Leserbriefe veröffentlicht, in denen ganz klar Natascha zum öffentlichen Besitz erklärt wird. Andere, die gerade über das Schicksal des eingesperrten Mädchens gejammert haben, kriegen nun Neidkomplexe, weil das Mädchen in einer „großen“ Wohnung lebt.

    Leute, habt Ihr noch alle Sinne beisammen?

    Zu hoffen ist, dass sich da „Heute“ kräftig ins eigene Knie schießt. Was auch passieren wird, denke ich.

  • Metallica in Wien

    Konzert im Rahmen der „Sick of the Studio Tour 07“, Rotundenplatz.

    Wenn ich die Kritik in einem Wort zusammenfassen müsste? Muss das sein? Na gut: „Atemberaubend“.

    Auch wenn sich einige Warum’s ins Blickfeld schieben, so wie die großgewachsene Männer, die unbedingt vor einem stehen müssen. Aber wenn ich mich umdrehe, dann sehe ich ja auch, dass der hinter mir einen Kopf kleiner ist, und mich wahrscheinlich schon die ganze Zeit furchtbar lieb hat.

    Aber erst mal die Warum’s an den Veranstalter:

    • Warum wird der Müll bei den Eingängen während des Konzerts nicht weggeräumt, sodass man beim Rausgehen im Finstern nicht unbedingt zwischen Bergen an Flaschen nach festem Boden tasten muss?
    • Warum wird vor dem Auftritt alles getestet und durchgecheckt, aber nicht die Videowall? Das hätte wohl einige eplileptische Anfälle erspart, ausgelöst durch psychedelische Flackerbilder, die immerhin eine Viertelstunde lang zugemutet wurden.
    • Warum will man unbedingt eine massiv querformatige Bühne ausgerechnet auf hochformatigen Schirmen abbilden? Es hat einen Grund, warum auch Fernseher nicht im Hochformat erfunden wurden.

    Aber genug des Herummoserns. Metallica hat sich jedenfalls in den zweieinhalb Stunden verausgabt, eine einzigartige Best-Of Show geliefert.

    „Enter Sandman“, „One“, „Master of Puppets“, „Nothing Else Matters“, „Wherever I May Roam“ und am Ende der Show im zweiten Zugabenblock ein fabelhaftes „Seek & Destroy“. Wien hat die Schwermetaller in bester Laune erlebt. Rob Trujillo zeigte in einem beeindruckenden Bass-Solo, dass Marcus Miller oder Victor Wooten nicht die einzigen Zuständigen für schnelle Slappings sind.

    Woran man sich als Konzertbesucher langsam gewöhnen muss, ist die allgemeine Gadget-Präsentation. Kaum eine Hand, die nicht irgendwann einmal eine Digitalkamera oder ein Handy mit Kamera hochhält für das Erinnerungsfoto. Enkelkinder und so, Sie wissen schon.

    Weil’s allen so viel Spaß gemacht hat, hat uns der liebe Onkel Lars ein baldiges Wiederkommen versprochen. „I think today we had our best gig here in Vienna, right?“ Okay, ich hab‘ die letzten drei Auftritte in Wien nicht gesehen, aber stimmt, die können schwerlich besser gewesen sein.

  • „Was Ihr Wollt“

    Die Shakespeare-Festspiele auf der Rosenburg bringen heuer „Was Ihr Wollt“, eine Lehrstunde von William Shakespeare darüber, dass der Unterschied zwischen den Geschlechtern vielleicht gar nicht so groß ist.

    Schon blöd, wenn als Frau in Männerkleider schlüpfen muss, um einen sinnvollen Job zu finden. Noch blöder, wenn man sich dann ausgerechnet in den eigenen Chef verliebt, der sich ob der eigenen verwirrten Gefühle zu fragen beginnt, ob er noch am richtigen Ufer steht. Ganz blöd, wenn dann auch noch der eigene Zwillingsbruder in Erscheinung tritt, und das Geplänkel unbeabsichtigt stört. Aber der Boss ist ja sowieso in eine andere verliebt, die sich allerdings den Männern aus Trauer um ihren verstorbenen Bruder verweigert. Und superblöd, wenn sich diese Frau nun ausgerechnet in die verkleidete Frau verliebt, weil dieser „Mann“ endlich einer ist, der Frauen versteht.

    Blicken Sie noch durch? Macht nichts, denn was das junge Team auf der Rundbühne hinlegt, darüber kann man in jedem Fall herzlich lachen. Großartig die Leistung von Markus Mössmer, der eine Frau (Olivia) spielt, die einen Mann (Cesario) spielt. Bravourös auch Robert Herzl, der dank der Maske von Renate Harter und den Kostümen von Angelika Klose wohl eine der schönsten Frauen auf den heurigen Sommertheater-Bühnen darstellt. Aber der Abend gehört vermutlich Christian Strasser als Ekelbold Malvolio, der schließlich auf die dümmsten Ratschläge hört, um Olivia, die Frau seiner Träume für sich zu gewinnen. Und sich dabei zum Kasperl macht, aber welche ganz schlimmen Erniedrigungen nehmen verliebte Männer nicht auf sich auf?

    Das amüsierte Publikum, darunter Erich Pröll, Alois Mock, Madeleine Petrovic, Barbara Rett, Chris Lohner und Christian Kolonovits, spendete bei der Premiere den verdienten andauernden Applaus.

  • 20 Tote trotz Licht am Tag

    Da soll die Maßnahme „Licht am Tag“, eingebrockt von Schnurrbach-Gorbi, unfallsenkend wirken. Wir simplen Geister hätten ja gedacht, dass hiermit einfach nur den Rasern Platz auf den Autobahnen verschafft werden soll.

    Und was zeigt sich jetzt? Eine massive Steigerung von Verkehrstoten zu Pfingsten im Vergleich zu früheren Jahren. Logischerweise fordern die Grünen nun wenigstens eine Verringerung der Höchstgeschwindigkeit auf Landstrassen. Die üblichen Verdächtigen sind natürlich dagegen. Das Recht auf Rasen wiegt einfach mehr als das Recht auf Leben.

  • Er ist wieder weg

    Schade. Da hat er der Touristikgruppe Klaus in Vorarlberg noch in seiner Zeit als Minister 2005 die ÖBB-Bodensee-Schifffahrt verkauft, ist dann bei der Klaus Gruppe eingestiegen, und nun wirft er schon drei Monate danach das Handtuch. Oder es wurde ihm geworfen, weil man in der Privatwirtschaft doch ein wenig arbeiten muss für’s Geld.

    Die Freunderl des Ex-Vizekanzlers, denen er noch als Regierungsmitglied schöne Posten verschafft hat, können sich schon mal auf heftiges Telefonläuten einstellen. Schnurrbart wird bald seinen Gegengefallen einfordern.

  • Sehr geehrte Fahrer der Wiener Linien,

    heute durfte ich innerhalb gleich zweier Stunden Eure Kommentare zum Thema „Zug fährt ab“ und „Benutzung mehrerer Türen“ miterleben. So wurden wir Fahrgastvieh etwa auf der Linie U6 darauf aufmerksam gemacht, dass es doch 6 mal 3 gleich 18 Türen auf 100 Metern länge gäbe, und wir uns nicht bei nur zwei Türen reinquetschen sollten, nämlich bei der ersten und der letzten Tür. Und das in einer Station, wo sich die beiden Ausgänge ganz am Anfang und am Ende befinden. Hmm, große Ãœberraschung, warum war das wohl so?

    Denn. Freunde. Das würden wir auch gerne tun. Aber leider kennen wir Euch Fahrer schon sehr gut. Wenn man statt sich anzustellen zu einer anderen, freien Tür läuft, kann man sicher sein, dass Ihr alle Türen des Zuges vorher schließt, obwohl Ihr doch das Hinlaufen im Monitor seht. Daher stellen wir uns doch lieber in einer Menschentraube bei nur einer Türe an, was Euch am Schließen der Türe hindert. Ganz einfach, was? Ihr solltet nur einmal selbst mit den Öffis _MIT_fahren statt sie selbst zu fahren, dann könnt Ihr uns ignorantes Fahrgastvieh auch besser verstehen.

    Und jetzt zum Thema „Zug fährt ab“. Sicher, nach dem Anhören Eurer göttlichen Stimmen mit diesen Worten sollte man nicht mehr einsteigen, weil Ihr da die Türen schließen wollt. Nur leider sagt Ihr das oft schon drei Sekunden nach dem Öffnen der Türen, was durchaus als zynisch-aggressive Ansage verstanden werden kann. Und weil wir speziell bei Eurem grenzgenial-kundenfreundlichen Service niemals sicher ein können, ob in der nächsten Stunde vielleicht noch weiterer Zug daherkommt, deswegen und darum wollen wir unbedingt bei dem gerade vorhandenen mitfahren.

    Seht Ihr, war schon wieder ganz einfach.

    Alles kapito? Statt kabarettistischer Verballeistungen reicht uns ein funktionierendes Service vollauf. Wenn Ihr das nicht schafft, legen wir Euch einen Jobwechsel ans Herz.

  • Sehr geehrte Wiener Linien,

    auch heute konnte ich wieder Ihre Glanzleistungen auf einer einfachen Strecke erleben. Offensichtlich hat der Fahrplan nur Empfehlungscharakter, das habe ich eindrucksvoll gelernt.

    Um dieses Service entsprechend zu würdigen, möchte ich ab nun auch meine Jahresnetzkarte so bezahlen, wie ich Ihre Leistungen erlebe.

    Fallweise zahle ich pünktlich, fallweise gar nicht. Ab und zu werde ich das Geld später überweisen, aber dafür nur zur Hälfte.

    Ich hoffe, dass Sie meine Spiegelung Ihrer Leistungen ebenfalls zu schätzen wissen,
    und verbleibe

    mit freundlichen Grüßen.

  • Die Fähigkeit der Wiener Linien

    Wien, ca. 8:30 Uhr, mehr als eine halbe Stunde Wartezeit auf die Linie 41 von Pötzleinsdorf stadteinwärts. Logisch, dass sich an den Haltestellen die „Beförderungsfälle“, wie das bei den Wiener Linien so schön für Kunden heisst, ansammeln. Endlich ziehen einige Züge an den Wartenden vorbei, allerdings noch stadtauswärts Richtung Pötzleinsdorf.

    Was würde jetzt jemand mit Hausverstand machen? Der ersten Garnitur, die stadteinwärts fährt, unmittelbar eine zweite nachsenden, damit sich die Fahrgäste (welch seltsames Wort in Zusammenhang mit den Wiener Linien) aufteilen können. Das passiert aber nicht, offensichtlich ist dem Fahrer der folgenden Garnitur die Zigarettenpause wichtiger.

    Soweit, so ärgerlich. Die knallvolle Strassenbahn fährt also stadteinwärts – und biegt bei der Volksoper Richtung Remise ab, fährt also nicht bis zur Endstation Schottentor. Wohl keine plötzliche Eingebung des Fahrers, sondern geplant. Die Fahrgäste fluchen, es bleibt aber nichts anderes übrig als auszusteigen. Jetzt ist es natürlich ganz besonders ärgerlich, dass nicht sofort ein zweiter Zug nachgefahren ist, sondern sich 4 bis 5 leere Züge in der Endstation Pötzleinsdorf übereinander gestapelt haben müssen.

    Umsteigen in die U6, Aussteigen in der Station Spittelau. Dort gibt es bei den Gleisausgängen eine Fahrscheinkontrolle. Passt hervorragend ins Bild: kein Service, aber kontrollieren, ob alle dafür bezahlen. Was wird mit dem Mehrerlös der kommenden Preiserhöhung gemacht? Noch mehr Fahrer zu Kontrolleuren umschulen?